Kurz gesagt: Unter 40 € bekommt man ein Verbrauchsprodukt, zwischen 60 und 100 € ein solides Massivholzbrett für Jahrzehnte, ab 130 € ein Stirnholzbrett. Der größte Teil des Preises ist nicht das Holz, sondern die Arbeitszeit.
Was in welcher Preisklasse steckt
| Preis | Was du bekommst | Hält |
|---|---|---|
| 10 bis 25 € | Bambus oder dünnes Weichholz, industriell verleimt | ein bis drei Jahre |
| 30 bis 55 € | Hartholz aus Serienfertigung, meist 2 cm stark | einige Jahre |
| 60 bis 100 € | Massives Längsholzbrett, 2,5 bis 4 cm, geölt und gewachst | Jahrzehnte |
| 105 bis 180 € | Stirnholzbrett in mittlerer Größe | Jahrzehnte, nachschleifbar |
| ab 200 € | Großes Stirnholzbrett, Nussbaum, Sondermaße, Unikate | eine Generation |
Warum das Holz nicht der teure Teil ist
Eine Bohle Eiche kostet Geld, aber nicht so viel, wie die meisten vermuten. Teuer wird ein Brett durch das, was danach passiert. Das Holz muss trocken sein, sonst arbeitet es später im fertigen Brett. Dann wird aufgetrennt, gehobelt, sortiert, verleimt, gepresst, wieder plan gearbeitet, geschliffen, gefast, geölt, gewachst und auspoliert. Zwischen den Schritten liegt Wartezeit, das Öl braucht seine Stunden.
Dazu kommt Verschnitt. Astlöcher, Risse und Splintholz fliegen raus, und was übrig bleibt, muss farblich zusammenpassen. Bei einem großen Brett aus einer Bohle bleibt am Ende weniger übrig, als man denkt.
Warum Stirnholz mehr kostet
Bei einem Stirnholzbrett wird zweimal verleimt. Erst entsteht eine Platte aus Leisten, dann wird diese Platte quer in Streifen gesägt, jeder Streifen um 90 Grad gedreht und erneut verleimt. Erst dann steht die Faser senkrecht, und genau das macht die messerschonende Oberfläche aus. Der Aufwand ist mehr als doppelt so hoch, der Verschnitt ebenfalls, und beim Hobeln des fertigen Blocks ist die Gefahr von Ausrissen größer. Was das im Alltag bringt, steht im Beitrag Stirnholz oder Längsholz.
Woran du ein zu billiges Brett erkennst
Es ist unter 2 cm stark. Die Leisten sind unterschiedlich breit und wild gemischt, was auf Restverwertung hindeutet. Die Kanten sind scharf statt gefast. Die Oberfläche fühlt sich nach dem ersten Abspülen rau an, weil sie nicht ausreichend behandelt wurde. Und es hat keine Füße oder Auflage, liegt also plan auf der Arbeitsplatte, wo die Unterseite nicht trocknet.
Rechnet sich das?
Ein Kunststoffbrett für 15 €, alle zwei Jahre ersetzt, kostet über zwanzig Jahre rund 150 €. Ein massives Holzbrett für 90 € kostet in derselben Zeit 90 € plus zwei Flaschen Öl. Dazu kommt, was man nicht beziffern kann: dass man beim Kochen lieber darauf schneidet. Der Materialvergleich im Detail steht im Beitrag Holz, Bambus, Kunststoff oder Glas.
Wo du sparen kannst, ohne es zu bereuen
Bei der Holzart. Eiche und Esche sind günstiger als Nussbaum, halten aber genauso lange. Bei der Stärke: 2,5 cm reichen für die meisten Küchen. Und bei der Machart: Ein gutes Längsholzbrett ist einem mittelmäßigen Stirnholzbrett vorzuziehen.
Nicht sparen solltest du an der Größe. Ein zu kleines Brett ärgert bei jedem Kochen. Welche Größe passt, steht im Beitrag Welche Größe braucht ein Schneidebrett. Alle Bretter mit Preisen findest du unter Schneidebretter.