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Holzpflegeöl: welches Öl für welches Holz, und wovon du die Finger lässt

Leinöl-Firnis neben einem Stirnholz-Schneidebrett in der Werkstatt

Die kurze Antwort: Nimm ein Öl, das aushärtet. Leinöl-Firnis ist für Schneidebretter und Küchenholz die zuverlässigste Wahl. Speiseöl aus der Küche gehört nicht aufs Brett.

Im Regal stehen Leinöl, Leinöl-Firnis, Hartwachsöl, Walnussöl, Mineralöl und ein Dutzend Mischungen mit Fantasienamen. Hier steht, was der Unterschied ist und was du wofür brauchst.

Der entscheidende Unterschied: härtet das Öl aus oder nicht?

Öle zerfallen in zwei Gruppen. Trocknende Öle reagieren mit dem Sauerstoff der Luft und werden fest. Sie bilden im Holz eine feste, wasserabweisende Struktur. Dazu gehören Leinöl, Leinöl-Firnis, Tungöl und Walnussöl.

Nicht trocknende Öle bleiben flüssig. Sie ziehen ein, bleiben aber Öl und werden mit der Zeit ranzig. Dazu gehören Oliven-, Raps- und Sonnenblumenöl, also fast alles, was in der Küche steht.

Genau deshalb ist Olivenöl auf dem Schneidebrett der häufigste Fehler. Es fühlt sich anfangs gut an, und nach ein paar Monaten riecht das Brett muffig. Rückgängig machen lässt sich das nur durch Abschleifen.

Die Öle im Einzelnen

Leinöl-Firnis

Unsere Empfehlung für alles, was mit Lebensmitteln in Berührung kommt. Firnis ist Leinöl, das durch Erhitzen vorbehandelt wurde, damit es schneller und gleichmäßiger aushärtet. Reines Leinöl braucht dafür Wochen, Firnis über Nacht.

Achte auf zwei Angaben: lebensmittelecht nach LFGB und lösemittelfrei. Beides erfüllt der Leinöl-Firnis in unserem Pflege-Set NO.4, er ist zusätzlich nach DIN EN 71-3 für Kinderspielzeug zugelassen.

Hartwachsöl

Eine Mischung aus Öl und Wachs. Gibt eine stärkere Oberflächenschicht und ist für Arbeitsplatten und Möbel eine gute Wahl. Für Schneidebretter ist es weniger ideal: Die Wachsschicht wird beim Schneiden verletzt und lässt sich schlechter punktuell ausbessern als reines Öl.

Mineralöl, oft als Parafinöl verkauft

Härtet nicht aus, wird aber auch nicht ranzig, weil es kein Pflanzenöl ist. Funktioniert, ist geruchlos und günstig. Der Nachteil: Es bildet keine feste Struktur im Holz, du musst deutlich häufiger nachölen, und aus Erdöl gewonnen ist es für eine Holzmanufaktur nicht das naheliegendste Mittel.

Walnussöl

Trocknet und ist lebensmittelecht, funktioniert also grundsätzlich. Zwei Einschränkungen: Es braucht lange zum Aushärten, und für Menschen mit Nussallergie ist es keine gute Idee.

Was wofür

Schneidebretter, Vesperbretter, Servierbretter: Leinöl-Firnis. Alle paar Wochen, wenn das Brett täglich im Einsatz ist.

Messerblöcke und Untersetzer: Dasselbe Öl, aber viel seltener. Ein bis zwei Mal im Jahr reicht, sie werden ja nicht gewaschen.

Arbeitsplatten: Leinöl-Firnis oder Hartwachsöl. Bei Arbeitsplatten aus Eiche etwa alle sechs Monate, an der Spüle öfter.

Gartenmöbel: Ein Öl mit UV-Schutz, das ist ein eigenes Thema. Innenraum-Öl schützt nicht gegen Sonne.

Wie viel Öl braucht ein Brett?

Weniger, als die meisten denken. Ein paar Tropfen, dünn verteilt, kurz einziehen lassen, Rest abnehmen. Es darf nichts stehen bleiben, sonst wird die Oberfläche klebrig statt glatt.

Die vollständige Anleitung in vier Schritten steht auf unserer Seite zur Holzpflege, mit Bildern zu jedem Schritt.

Ein Sicherheitshinweis, den kaum jemand nennt

Tücher und Pads, die mit trocknendem Öl getränkt sind, können sich unter ungünstigen Umständen selbst entzünden. Beim Aushärten entsteht Wärme, und ein zusammengeknülltes Tuch staut sie.

Das ist kein Grund zur Sorge, nur zu einem Handgriff: Breite die benutzten Pads flach zum Trocknen aus, oder gib sie in ein Glas mit Wasser, bevor sie in den Müll gehen. Nicht zusammengeknüllt in den Eimer werfen.

Womit wir unsere eigenen Bretter behandeln, siehst du bei der Holzpflege. Es ist dasselbe Set, das wir in der Werkstatt benutzen.

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