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Risse, Verzug, Flecken: Holzbrett retten statt wegwerfen

Eschenholz-Schneidebrett mit sichtbarer Maserung auf einer Werkbank

Kurz gesagt: Fast alles am Holzbrett lässt sich reparieren. Raue Oberflächen, Schnittspuren, Flecken und Gerüche gehen mit Schleifpapier und Öl weg. Nur durchgehende Risse und offene Leimfugen sind das Ende. Genau das ist der Vorteil gegenüber Kunststoff, den man nicht nacharbeiten kann.

Symptom, Ursache, Lösung

Das siehst du Das ist passiert Das hilft
Oberfläche fühlt sich rau an Fasern haben sich durch Wasser aufgestellt Trocken schleifen, Körnung 180 bis 240, dann ölen
Brett sieht grau und trocken aus Öl ist ausgewaschen Zweimal ölen im Abstand von einem Tag
Dunkle Flecken von Rote Bete, Beeren, Kurkuma Farbstoff sitzt in den obersten Zehntelmillimetern Salz und Zitrone, sonst anschleifen
Geruch nach Knoblauch oder Fisch Ätherische Öle im Holz Grobes Salz mit halber Zitrone einreiben
Brett wackelt, liegt nicht mehr plan Einseitig getrocknet, meist auf der Heizung oder flach liegend Umdrehen und die hohle Seite befeuchten, beschwert trocknen lassen
Feine Haarrisse an der Oberfläche Zu schnelle Trocknung Schleifen und satt ölen, meist verschwinden sie
Durchgehender Riss, offene Leimfuge Verleimung hat aufgegeben Nicht mehr sinnvoll zu retten

Abschleifen: so geht es

Das Brett muss trocken sein, sonst verschmiert das Papier. Wir arbeiten uns von Körnung 120 über 180 auf 240 vor, immer in Faserrichtung. Bei einem Stirnholzbrett spielt die Richtung keine Rolle, dort steht die Faser senkrecht. Danach den Staub abnehmen, das Brett kurz mit einem feuchten Tuch abwischen und trocknen lassen: Dabei stellen sich die letzten Fasern auf, die man dann mit 240er leicht abnimmt. Erst danach ölen.

Ein Handschleifklotz reicht völlig. Mit dem Exzenterschleifer geht es schneller, aber man nimmt auch schneller zu viel weg und drückt Kuhlen hinein.

Verzogenes Brett wieder gerade bekommen

Ein krummes Brett ist auf der hohlen Seite trockener als auf der anderen. Also die hohle Seite anfeuchten, ein feuchtes Tuch darüber legen, das Brett mit der Rundung nach oben auf zwei Leisten legen und mit etwas Gewicht beschweren. Über Nacht stehen lassen. Das funktioniert nicht immer, aber oft. Danach beide Seiten gleichmäßig ölen, sonst wandert es wieder.

Wann ein Brett wirklich am Ende ist

Wenn ein Riss durch das ganze Brett geht, sich Leimfugen geöffnet haben oder sich einzelne Leisten lösen. Dann steht Feuchtigkeit im Inneren, und daran ändert Schleifen nichts. Auch ein Brett, das trotz mehrfachem Ölen sofort wieder grau wird, hat seine Substanz verloren.

Wie du es gar nicht erst so weit kommen lässt

Drei Gewohnheiten reichen: nie einweichen, immer beide Seiten abtrocknen, aufrecht stellen. Und zwei- bis dreimal im Jahr ölen. Welches Öl dafür taugt und welches auf einem Schneidebrett nichts zu suchen hat, steht im Beitrag Holzpflegeöl: welches Öl für welches Holz. Der häufigste Auslöser für Schäden ist übrigens die Spülmaschine, dazu der Beitrag Schneidebrett in die Spülmaschine.

Öl, Wachs, Schleifschwamm und Auftragspad gibt es zusammen im Pflege-Set.

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