Kurz gesagt: Hartholz ist das beste Schneidebrett für den täglichen Gebrauch. Kunststoff hat seine Berechtigung als Zweitbrett, Bambus ist härter als sein Ruf und damit ungesund für Messer, und Glas gehört auf den Tisch, nicht unter das Messer.
Die vier Materialien nebeneinander
| Kriterium | Hartholz | Bambus | Kunststoff | Glas |
|---|---|---|---|---|
| Schont die Klinge | sehr gut | schlecht | gut | zerstört sie |
| Reinigung | von Hand | von Hand | Spülmaschine | Spülmaschine |
| Pflegeaufwand | 2 bis 3 mal ölen im Jahr | gelegentlich ölen | keiner | keiner |
| Nacharbeitbar | ja, abschleifbar | kaum | nein | nein |
| Typische Lebensdauer | Jahrzehnte | wenige Jahre | ein bis zwei Jahre bis zum Austausch | lange, aber unbrauchbar zum Schneiden |
| Rutschfest, leise | ja | mittel | mittel | nein |
Bambus ist kein Holz
Bambus ist ein Gras. Für ein Brett werden schmale Streifen verleimt, und das Ergebnis ist deutlich härter als Eiche oder Nussbaum. Was nach Vorteil klingt, ist für die Klinge einer: Je härter die Unterlage, desto schneller ist das Messer stumpf. Dazu kommt der hohe Leimanteil und die geringe Stärke der meisten Bambusbretter, weshalb sie sich gern verziehen und an den Kanten aussplittern. Günstig sind sie, langlebig nicht.
Kunststoff: der ehrliche Zweitplatz
Ein Kunststoffbrett darf in die Spülmaschine, das ist sein echter Vorteil. Der Nachteil zeigt sich nach ein paar Monaten: Die Schnittspuren bleiben offen stehen, denn Kunststoff schließt sich nicht wieder. In diesen Rillen sammelt sich, was man nicht sieht, und beim Schneiden lösen sich kleine Partikel, die auf dem Brett und im Schneidgut landen. Untersuchungen zu Mikroplastik aus Küchenbrettern haben genau das gezeigt. Ein zerfurchtes Kunststoffbrett gehört deshalb ausgetauscht, nicht weitergenutzt.
Sinnvoll bleibt es als zusätzliches Brett für rohes Geflügel, wenn man das strikt trennen möchte. Ob das aus hygienischer Sicht nötig ist, klärt der Beitrag Sind Holzbretter hygienisch.
Glas: bitte nur zum Servieren
Auf Glas ist eine gute Klinge nach wenigen Schnitten stumpf, im schlimmsten Fall bricht die Schneide aus. Dazu ist es laut, rutscht und fühlt sich beim Schneiden unangenehm an. Als Käseplatte auf dem Tisch ist es in Ordnung, als Arbeitsfläche nicht.
Warum Hartholz gewinnt
Holz ist weich genug, dass die Klinge eintaucht statt aufzuschlagen, und zäh genug, dass sich die Faser wieder schließt. Es nimmt Feuchtigkeit aus der Oberfläche ins Innere, wo Bakterien nicht überleben. Und es lässt sich nach Jahren abschleifen und ist danach wie neu. Kein anderes Material in dieser Liste kann das. Welche Holzart wozu passt, steht im Beitrag Welches Holz für ein Schneidebrett, und ob Stirnholz oder Längsholz das Richtige ist, im Beitrag Stirnholz oder Längsholz.
Die ehrliche Rechnung
Ein Kunststoffbrett kostet 15 € und wird alle ein bis zwei Jahre ersetzt. Ein massives Holzbrett kostet ab 60 € und hält, mit etwas Pflege, länger als die Küche, in der es steht. Was in diesem Preis steckt, steht im Beitrag Was kostet ein gutes Schneidebrett.
Unsere Bretter aus Eiche, Esche, Kirsche und Nussbaum findest du unter Schneidebretter.